Eine Farm in Mosambik

Eine Farm in Mosambik

Nachdem wir zusammen gereist sind und unsere Freunde in Mosambik zweimal besucht haben, fühlen wir beide uns jetzt sehr verbunden zu diesem Land. Aber zu Gleich hat uns die Armut dort auch sehr geprägt, vor allem, da diese sich mit den Jahren noch verschlimmert hat. Wir möchten gerne die Lebensumstände unserer Freunde dort in irgend einer Weise verbessern. Aber wie sollen wir das anstellen?
Die Erfahrungen, die Hanaffan dort gemacht hat, als er in einem Entwicklungsprojekt in Mosambik gearbeitet hat und die Erfolgslosigkeit von aktuellen Projekten haben uns klar gemacht, dass wir etwas anders machen müssen.
Wir glauben, dass der einzige Weg, um diese Menschen dazu zu bewegen uns zu zuhören, ist, wirklich in Mosambik zu leben, zusammen mit unseren Mosambikanischen Freunden, in einer Gemeinschaft, in der wir alle von einander lernen können. Dabei muss verhindert werden, dass sich diese Beziehung zu einem weiteren Diktat eines Überlegenen zu einem Unterlegenem entwickelt. Wir müssen auch von ihnen lernen und zusammen mit unseren Freunden eine Nachhaltigere Lebensweise entwickeln.

Tourismus

Tourismus

Da wir nach den Standards der nördlichen Heimsphäre nicht als reich gelten, müssen wir uns ein stetiges Einkommen für unsere Projekte sichern. Und da auch die Mosambikanische Wirtschaft nicht die beste ist, ist die gewinnbringenste Möglichkeit für uns der Tourismus.
Deshalb wird unser erster Schritt dort sein, eine Lodge mit Camping-Platz auf zubauen. Dabei werden wir sicherlich von Anfang an bereits beginnen, Wasser zu speichern und Nahrung zur Selbstversorgung an zu bauen. Ein Vorteil dieser touristischen Ausrichtung ist, dass wir später hoffentlich weniger Probleme haben werden Freiwillige für unsere verschiedenen Projekte zu finden.
Bereits in diesem ersten Schritt werden wir versuchen eine kleine Gemeinschaft mit unseren Mosambikanischen Freunden auf zubauen. Wobei wir ihnen Englisch unterrichten werden, um ihnen die Interaktion mit späteren Gästen zu ermöglichen. Gleichzeitig werden wir Makkua von ihnen lernen. Dieser Sprachaustausch ist fundamental für die Entwicklung unseres Projektes, denn mit der Sprache erhält man auch Respekt. Da dieses Projekt zu einem Großteil auf dem Geld von Ausländern basieren wird, sollten auch unsere Freunde in der Lage sein persönlich mit unseren Gästen zu interagieren. Gleichzeitig werden auch wir nicht in der Lage sein uns wirklich in Mosambik zu Hause zu fühlen, wenn wir nicht die lokale Sprache, Makkua, sprechen.

Gemüsegarten und Obstwald

Gemüsegarten und Obstwald

Der Gemüsegarten und Obstwald sind das Herz unseres Projektes. Mit beiden werden wir auch schon von Anfang an beginnen, wenn wir unsere Tourismus-Pläne umsetzen. Wir wollen zeigen, dass es auch in diesem Teil der Welt, wo die Trockenzeit so lang ist, möglich ist, das ganze Jahr eine große Vielfalt von Obst und Gemüse an zubauen. Von Anfang an wollen wir große Wassertanks bauen um alles Regenwasser von allen Dächern zu speichern. Auf diese Weise werden wir hoffentlich genügend Wasser haben, um das ganze Jahr über anbauen zu können.
Falls du jemals während der Trockenzeit in Mosambik warst, wirst du verstehen, warum dieses Projekt so wichtig für uns ist. Denn zu dieser Zeit verbringen die Bauern ihre Zeit damit, auf den Regen zu warten. Der Nährstoffgehalt ihrer Nahrung zu der Zeit ist sehr niedrig, da sie nur Reis, getrocknete Bohnen und Manioka essen. Sogar in größeren Städten wie Pemba
wirst du kaum Vielfalt vorfinden. Deshalb wollen wir zeigen, dass es möglich ist, genügend Wasser während der Regenzeit zu speichern, um auch in der Trockenzeit Landwirtschaft betreiben zu können.
Um so viel Wasser wie möglich zu speichern, werden wir nicht nur versuchen, möglichst viel Wasser zu ernten, sondern auch unsere Abwässer weiter zu verwenden. So werden wir Bananen und Papaya Kreise haben, die mit dem Abwasser aus Duschen und Spülbecken gegossen werden. Schwarzwasser aus den Toiletten wird nach einer Behandlung mit aeroben und anaeroben Bakterien wieder zur Bewässerung verwendet. Auf diese Weise hoffen wir dass all unser Wasser uns letzten Endes dabei helfen wird unsere Gärten und Felder zu bewässern.

Getreide

Getreide

Auf unserem Weg zu einer autarken und nachhaltigen Permakultur-Farm, wird dann der nächste Schritt sein, genügend Getreide für die ganze Gemeinschaft über das Ganze Jahr hinweg zu produzieren.
Die wichtigsten Getreide für uns werden Reis und Mais sein. Da der Getreideanbau sehr Arbeitsintensiv ist, werden wir mit eingekauftem Getreide vorlieb nehmen müssen, bis wir zumindest die Lodge und die Gemüsegärten etabliert sowie eine funktionierende Gemeinschaft aufgebaut haben. Hier wird uns das Wissen unserer Freunde sehr zu gute kommen, da sie diese Getreide bereits ihr ganzes Leben angebaut haben.

Schnell wachsendes Holz

Schnell wachsendes Holz

Holz wird eines der wichtigsten Baumaterialien sein, weshalb wir viele schnell wachsende Bäume pflanzen werden müssen, die uns innerhalb der ersten drei Jahre mit Holz versorgen können. Gleichzeitig können wir sie auf eine Art anpflanzen, dass sie uns auch vor Erosionen durch Wind und Wetter schützen können.
Das Holz kann zusätzlich als Mulch verwendet werden für unsere Gemüse- und Blumenbeete. Außerdem ist auch ein Lagerfeuer immer eine nette Sache. Deshalb müssen wir sicher stellen, dass wir genügend Holz auf unserem Land wachsen haben um eventuell keines mehr einkaufen zu müssen.

Tierhaltung

Tierhaltung

Neben unserem Gemüse und Getreide möchten wir auch ein paar Tiere haben, um unsere Nahrung etwas nährstoffreicher zu gestalten. Wegen der Klimatischen Bedingungen und den Bräuchen der Region, werden wir Ziegen und Hühner halten. Ziegen und Hühner sind beide relativ einfach zu halten und essen fast alles. Wenn wir soweit sind, sollten wir bereits in der Lage sein, die Tiere mit Abfällen aus unseren Gärten und Küchen zu ernähren. Die Hühner werden uns auch dabei helfen, Parasiten in unseren Gärten zu beseitigen und die Ziegen werden uns mit nährstoffreichem Dung für unsere Wurmkultur versorgen.

Wurmkultur und Pflanzenschule

Wurmkultur und Pflanzenschule

Natürlich werden wir auch einen normalen Komposthaufen in der Nähe unseres Obstwaldes und Gemüsegartens haben, wo wir einiges an guter nährstoffreicher Erde erhalten werden. Aber um einen wirklich natürlichen Putsch für unsere Pflanzen liefern zu können, werden wir eine Wurmkultur neben unseren Ziegen haben. Das bedeutet, dass wir Würmer kultivieren werden, die dann den Mist der Ziegen zu sehr Nährstoffreicher Erde für unsere Pflanzenschule verarbeiten werden. Auf der einen Seite können wir die Ausscheidungen der Würmer direkt dazu verwenden, unsere Pflanzen darin zu kultivieren. Andererseits können wir die Haufen auch bewässern und die Durchlaufende Flüssigkeit ernten, die uns dann als flüssiger Dünger dienen kann.
In der Pflanzenschule werden wir die Setzlinge für unseren Obstgarten und jegliche dekorative Pflanzen hochziehen.

Rum

Rum

Wenn wir einmal so weit sind, dann sollten wir bereits eine gut etablierte nachhaltige Farm haben, Wir können die Farm hier durch Tourismus und den Verkauf von Gemüse auch zur Trockenzeit aufrecht erhalten. Aber wenn wir weiter die Lebensbedingungen in der Region verbessern wollen, dann müssen wir noch mehr Gewinn erwirtschaften.
Deshalb müssen wir etwas produzieren, das wir teurer verkaufen können. Es sollte ein Luxusprodukt sein, das in anderen Hotels, Lodges und an reiche Leute in der Region verkauft werden kann, denen es nichts ausmacht ein wenig extra zu zahlen für ein gutes lokales Produkt. Dabei dachten wir an Rum. Erstens, weil es sehr populär in Venezuela ist und zweitens, weil es nicht all zu schwierig zu produzieren sein sollte. Natürlich braucht es etwas Übung bevor man es als Luxus-Produkt verkaufen kann. Wahrscheinlich werden wir schon zuvor in kleinerem Rahmen anfangen, um Erfahrung zu gewinnen. Auch ist es uns wichtig, den Rum als Luxus-Produkt zu verkaufen, da billiger Alkohol bereits sehr viele Probleme in armen Familien verursacht. Aber letzten Endes sollte uns der Rum dabei helfen weitere Projekte verwirklichen zu können.

Windmühlen und Kokosnuss Palmen

Windmühlen und Kokosnuss Palmen

Am Anfang wird wahrscheinlich ein Benzin betriebener Generator die einfachste Lösung sein, Strom zu erzeugen. Aber das ist natürlich nicht was wir auf lange Zeit als Energiequelle verwenden wollen. Deshalb werden wir spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnen, unser Land mit erneuerbaren Energiequellen auszustatten. Als erstes müssten wir unsere Dächer mit Solaranlagen ausstatten, was nicht zu schwierig sein sollte, denn Solar-Energie wird immer populärer in Afrika. Aber dann wollen wir auch elektronische Windmühlen, da wir an der Küste leben werden und so von genügend Wind profitieren können um für uns Energie zu erzeugen.
Um das meiste aus dem Wind heraus zu holen, möchten wir Kokosnusspalmen an der Küste entlang pflanzen, die den Wind zu den Windrädern leiten.

Schrimpfarm

Schrimpfarm

An diesem Punkt sollten wir bereits in der Lage sein nahrhafte Nahrung über das ganze Jahr hinweg zu produzieren und sogar etwas Profit zu machen. Der nächste Schritt, um die Nahrungsversorgung in der Region etwas zu verbessern, wäre für uns eine Nachhaltige Schripfarm. Die Idee dabei ist, Protein reiche Schrimps zu einem erschwinglichen Preis sogar für die Bauern in ländlichen Regionen anbieten zu können. Deswegen wir dieses Projekt nicht Profit orientiert sein.
Im Allgemeinen sollte die Schrimp Produktion nicht zu kostenintensiv sein, da wir an einer subtropischen Küste leben werden. Ein größeres Problem ist jedoch die Nachhaltigkeit. Das Abwasser von Wasserkulturen auf der ganzen Welt macht einen großen Teil der Wasserverschmutzung aus. Und für uns ist das ganze auch totales Neuland. Wir müssen immer noch ein paar ökologische Schrimpfarmen besuchen, bevor wir nach Mosambik ziehen werden.

Bildungs Zentrum

Wenn die Farm selbst dann einmal etabliert ist, wollen wir ein Bildungszentrum im Herzen des Projektes einrichten. Insgesamt ist die Idee, dass wir Freiwillige aus der ganzen Welt bei uns empfangen, die Kurse an die lokale Bevölkerung geben und auch an Kursen von der Lokalen Bevölkerung teilnehmen. Es ist dabei sehr wichtig, dass die Menschen hier von einander lernen, ohne sich unterlegen oder überlegen gegenüber einander zu fühlen.
Auch hoffen wir, dass wir mit diesem Bildungszentrum dabei helfen können, der lokalen Bevölkerung eine Mediapräsenz zu geben, indem wir ihnen Internet Zugang und Kurse zum Umgang mit dem WWW anbieten werden. Vielleicht denkst du, dass es wichtigere Dinge gibt, als Internet, aber letzten Endes ist das ländliche Afrika mehr oder weniger ausgeschlossen aus der Welt weiten Gesellschaft und sie sollten auch die Möglichkeit der Teilhabe haben. Es kann ihnen dabei helfen, Informationen zu finden, um ihr eigenes Leben zu verbessern, es kann der Welt ein Bewusstsein über ihre Lebensumstände geben und es kann Minderheiten dabei helfen, Unterstützung zu finden.
Der ländlichen Bevölkerung in Afrika Internet zur Verfügung zu stellen ist ein großer Traum, an dessen Verwirklichung auch wirklich erst zu denken ist, wenn wir bereits einen großen Teil unserer Projekte verwirklicht haben und einen gewissen Grad an Glaubwürdigkeit erreicht haben. Nur dann können wir auf Sponsoren hoffen, die uns helfen Internetverbindungen in ländlichen Regionen auf zu bauen.

Was wir erreicht haben

Hier könnt ihr sehen wie weit wir bei der Verwirklichung unseres Traums bisher gekommen sind:

  • Der erste Schritt, der uns half, unseren Traum zu entwickeln war natürlich, nach Mosambik zu gehen und dort Beziehungen auf zubauen, so wie eine konkretere Vorstellung von dem was wir wollen zu entwickeln.
  • Wir haben angefangen über Permakultur zu lernen indem wir an einem intensiven Kurs in Thailand teilgenommen haben.