Hudie

Lasst mich euch sagen, dass Hudie mein virtueller Name ist und soviel wie Schmetterling auf Chinesisch bedeutet, eine Assoziation, die für mich von großer Bedeutung ist.

Ich bin eine Hobby-Bäckerin, eine Bloggerin, eine Sprach-Lehrerin, eine Gesundheits- und Fitness-Enthusiastin und eine DIY Unterstützerin. Ich spreche drei Sprachen fließend und hoffe in den nächsten drei Jahren noch zwei weitere erlernen zu können. Ich habe Spaß daran unter freiem Himmel zu Gärtnern, Wandern zu gehen, Reisephotos zu machen und Vögel zu beobachten. Auch möchte ich dazu beitragen, die Rechte von Tieren zu stärken. Ich bin die Frau eines großartigen und selbstbewussten Visionärs, mit dem zusammen ich unseren Kindern eine Grüne Erziehung gewähren will. Er hat mich dazu inspiriert, mein traditionelles Leben und den stressigen Job zurück zu lassen, um statt dessen mein Leben mehr zu genießen und auch ein Inspiration für andere sein zu können.

Ursprünglich komme ich aus relativ bescheidenen Verhältnissen einer Arbeiterfamilie in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela. Hier waren die Umstände immer etwas schwierig und so bin ich daran gewöhnt, für Dinge kämpfen zu müssen.

Das Leben in meiner Kindheit war sehr einfach. Wir hatten kein Geld übrig für unnötigen Luxus oder Reisen. Und die einzige Forderung die unsere Eltern an uns stellten, war, dass wir intensiv lernen sollten, damit wir eines Tages all die Dinge tun und haben können, die sie uns nicht bieten konnten.
Eine meiner prägendsten Erinnerungen aus dieser Zeit aus den Sommerferien ist, dass wenn wir nach einer Zeit von Langeweile ertränkt zu Hause herumsaßen und uns die Ideen ausgingen, was man denn noch drinnen machen könnte. Eine meiner Lieblingsbeschäftigung in solchen Momenten war es auf meinem Bett zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen. Es gab zwar nur ein paar alte Autos und herumstreunende Hunde zu sehen, aber wenn ich nach oben geschaut habe, auch noch über die großen Gebäude in unserer Umgebung, dann konnte ich ein kleines Stück blauen Himmel sehen… Und ab und zu passierte es, dass ein Flugzeug dieses kleine Stück Himmel kreuzte. In solchen Momenten stellte ich mir dann vor, wie es wäre an ferne Orte zu reisen. Zu Orten, wie wir sie zu Weihnachten im Fernsehen sehen oder in ausländischen Zeitschriften. Vielleicht sogar ein Ort, wie er in den Märchen von den Brüdern Grimm beschrieben wird.

Meine Mutter sagte mir in solchen Momenten immer, dass es unmöglich wäre für Menschen wie uns, in ein Flugzeug zu steigen, weil es einfach viel zu teuer war. Und dann schob sie noch einen Satz hinterher: „Wenn du wirklich eines Tages da oben sein möchtest, dann musst du fleißig lernen.“
Zu dieser Zeit hatte ich den Zusammenhang zwischen „fleißig lernen“ und einem Flugzeug noch nicht wirklich verstanden. Nichts desto trotz strengte ich mich sehr an und für mehr als ein Jahrzehnt war lernen das wichtigste für mich.

Mein Leben wendete sich endlich zum Besseren, als ich eine gute Arbeit gefunden hatte in einer renommierten Japanischen Firma. Diese Firma wurde mein zweites zu Hause und meine Kollegen wurden meine Familie in den nächsten Jahren.
Hier konnte ich mir selbst auch das erste mal eine kleine Belohnung gönnen.
Nach all den Jahren des Fernwehs, flog ich endlich zu den Bergen Tirols, nach Innsbruck, Österreich. Ein unvergesslicher und beeindruckender Ort, wo es so erscheint, als würden die Berge das Tal und die Stadt romantisch küssen. Und ja, es sah seht so aus wie die Beschreibungen in den Büchern der Brüder Grimm.

Nach dieser Reise nahm ich jede mögliche freie Minute war, um in meinem Land und im Ausland zu reisen.
Es durstete mich danach die Welt zu sehen, die verschiedenen Art und Weisen wie die Menschen in anderen Kulturen leben, was ihre Bräuche sind, was sie glücklich oder traurig macht.Leider stand ich in meinem sozialen Umfeld relativ allein da mit einer solchen Ansicht. Die meist besprochenen Themen waren: Schönheitsoperationen, ein neues Auto, das aktuellste Handy und ihr sozialer Status.

Glücklicherweise habe ich später durch Couchsurfing.com eine großartige Gemeinschaft von Menschen kennengelernt, die eine andere Auffassung der Welt teilten. Hier habe ich das Interesse für ein sinnvolles, holistisches und ökologisches Leben entwickelt.
Ein weiterer Pluspunkt dieser Gemeinschaft ist auch, dass ich hier den Menschen kennen gelernt habe, den ich heute die Liebe meines Leben nenne, meinen Begleiter und Vater meiner Kinder: Hanaffan. Naja… diese Liebesgeschichte wird nochmal an anderer Stelle erzählt.

Als Hanaffan und ich uns entschlossen zusammen zu leben, dachten wir daran an einen neutralen Ort zu ziehen. Weder nach Venezuela noch nach Deutschland. Und so ging es dann für uns nach China.

Sicher, das gab meinem Leben einen großen Wandel. Ich musste plötzlich als Englisch Lehrerin arbeiten, ich musste Mandarin sprechen und verstehen lernen, ich musste mich an ein ruhigeres Leben gewöhnen, auch sah ich mich plötzlich mit vier sehr verschiedenen Jahreszeiten konfrontiert, ich musste akzeptieren, nun ein Außenseiter zu sein, ohne Gruppen oder Freunde mit ähnlichen Interessen zu haben, ich musste meine exotische Persönlichkeit etwas beruhigen und versuchen die Herausforderungen einer multikulti Beziehung zu verstehen und das Beste aus ihr zu gewinnen.

Andererseits zwang mich das Zurücklassen meiner Komfortzone auch dazu, neue interessante Dinge zu lernen, mich in meiner Freizeit weiter zu kultivieren, die Zeit effektiv zu nutzen, mich selbst besser kennen zu lernen und mein eigenes Handeln zu hinterfragen um zu sehen, wie ich positives zu dieser Welt beitragen kann.

Die Vorzüge dieses nun langsameren Lebensstils sind ,dass ich die Vorzüge eines einfacheren, bewussteren und natürlicheren Lebens entdeckt habe. Und es ist mein Wunsch all diese Erfahrungen, dieses Wissen, und diese Passion zu nutzen, um andere zu inspirieren und um vielleicht ein wenig zu einem positiven Wandel dieser Welt mit beitragen zu können.