Verhaltensregeln für China – Was du nicht machen solltest

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Seitdem ich in China lebe gab es so einige Situationen die ich gern vermieden hätte. Aber niemand hat mir gesagt, wie ich mich verhalten sollte, weswegen ich nicht selten in peinliche und unangenehme Situationen kam.Viele dieser Situationen sind für jemanden aus dem Westen nur schwierig nach vollziehbar und ziemlich kompliziert. Aber wenn du gegenüber deinen Chinesischen Freunden Haltung bewahren willst, dann solltest du dir diese Ratschläge zu Herzen nehmen. Sie können dir bestimmt helfen!

Ratschlag nummer 1: bevor du etwas entgegen nimmst solltest du es erst ein paar mal ablehnen

So ist es in China nun einmal, wenn dir jemand etwas zu essen, zu trinken oder ein Geschenk anbietet, dann wird erwartet, dass du das erst ein paar mal ablehnst. Egal wie hungrig, durstig oder neugierig du bist, es gehört zum guten Umgang etwas nicht sofort an zunehmen. Nach dem du es das dritte mal abgelehnt hast kannst du es dann bescheiden entgegen nehmen.

Wenn du Gastgeber bist gilt das Gleiche. Wenn du deinen Chinesischen Gästen etwas anbietest, dann solltest du wissen, dass sie das bestimmt ablehnen werden. Deshalb musst du weiter versuchen es ihnen anzubieten, darauf wartend, dass sie es annehmen. Damit wollen sie sich ihr „Gesicht“ bewahren und vermeiden gierig zu wirken.

Nicht selten habe ich den Satz „Nein, ich möchte nicht“ wörtlich genommen, da ich es als unhöflich empfand zu etwas gedrungen zu werden. So habe ich gefragt „Möchtest du etwas trinken?“ Und die Antwort war natürlich „Nein“. So sind meine Gäste dann fast verdurstet.

Ratschlag nummer 2: Nicht mit leeren händen zu besuch kommen

Wenn du zu jemandem Eingeladen wirst oder zu einer Feier, dann ist es üblich eine Kleinigkeit mit zu bringen. Das kann ein Strauß Blumen sein, etwas zu essen, Früchte oder ein kleines Geschenk.

Gelegentlich kommt es auch vor, dass der Gastgeber dir ein kleines Geschenk gibt. Wenn du eine Kleinigkeit aus deiner Heimat mitbringst, dann wird das deine Chinesischen Freunde sicher sehr gefallen. Bei der Übergabe versuche darauf zu achten, das Geschenk immer mit zwei Händen zu übergeben oder entgegen zu nehmen sind, um Respekt zu zeigen.

RATSCHLAG NUMMER DREI: BEGEGNE LOB MIT ZURÜCKHALTUNG

Es gilt hier Bescheidenheit und Höflichkeit zu erweisen. Wenn du einer Chinesischen Person sagst, sie sei schön, intelligent oder dass sie etwas sehr gut gemacht habe, dann wirst du dafür kein Dankeschön zu hören bekommen. Im Gegenteil, das Kompliment wird verneint und statt dessen wirst etwas hören wie: „Ne, ich bin echt hässlich“, oder „Ne, eigentlich bin ich überhaupt nicht intelligent“, oder der Gleichen.

Ihr braucht nicht wie ich versuchen, eure Chinesischen Freunde dazu zu bringen sich zu zugestehen, dass sie wirklich schön, intelligent oder der Gleichen sind, besonders nicht an öffentlichen Orten, da es wichtig ist in der Öffentlichkeit Bescheidenheit zu zeigen.

Ratschlag nummer vier: Lass deine bekannten nicht „ihr Gesicht verlieren“

In nicht wenig Kulturen wird es als gut angesehen, die Dinge beim Namen zu nennen. In China kann man sagen, dass besonders negative Dinge nicht gern beim Namen genannt werden. In der Öffentlichkeit Unzufriedenheit zu äußern, jemandem keinen Respekt zu zeigen, jemanden zu beschimpfen und auf seine Fehler hin zuweisen, bedeutet diese Person dazu zu bringen in der Öffentlichkeit „ihr Gesicht zu verlieren“. Und das ist etwas sehr ernstes hier in China.

Deshalb solltest du, wenn du nach China kommst und ein gutes Verhältnis zu deinen Freuden bewahren willst, darauf achten, gegenüber denselben Zurückhaltung und Bescheidenheit zu zeigen.

Wie auch immer, wenn du etwas Gutes zu sagen hast, dann freuen sich natürlich auch die Chinesen darüber, das zu hören, denn auf diese Weise „gibst du ihnen etwas Gesicht“.

Des Weiteren kann es vorkommen, dass dich die Leute sehr persönliche Fragen stellen. Auf diese Weise können sich die Mensch sehr schnell ein Bild von dir machen. Fragen über deine Familie, deine Arbeit oder dein Gehalt sind hier sehr normal und du solltest diese nicht als respektlos ansehen und die Kontrolle über deine Emotionen behalten. Entspanne dich, du musst die Fragen nicht beantworten, aber du kannst die gleichen Fragen auch zurück stellen und wirst darauf eine Antwort erhalten.

Ratschlag nummer fünf: Vor dem trinken einen Toast geben

Vor dem Trinken solltest du auf den Gastgeber warten, dass er einen Toast ausspricht, dann erst kannst du einen Schluck nehmen. Danach kannst auch du jederzeit einen Toast aussprechen und dann langsam trinken, denn in China wird beim Essen viel Getrunken, zum Beispiel Bier und Reiswein. Besonders Reiswein ist für viele Ausländer sehr gewöhnungsbedürftig.

Beim Tee trinken ist es ähnlich. Bevor du dir selbst Tee einschenkst, fülle die Tassen der Anderen. Beim Füllen halte die Teekanne mit beiden Händen.

Ratschlag nummer 6: du brauchst nicht alles aufessen

Normalerweise bestellen Chinesen eine Vielzahl an Gerichten. Die Teller sind nicht so groß wie im Westen, aber dafür sind es viele. Aus Höflichkeit solltest du von allen Gerichten etwas probieren, aber auf deinem eigenen Teller solltest du am Ende noch etwas übrig lassen als Zeichen der Großzügigkeit des Gastgebers. Sicher fühlt sich das teils schmerzlich an, zu sehen dass all das Essen in der Tonne landet. Aber das ist nun mal die Kultur hier. Vielleicht kannst du dem Gastgeber erklären, dass in deinem Land alles auf dem Tisch gegessen wird, um ihn verstehen zu lassen, warum du nicht auch was übrig lässt. So kannst du ihm auch weiterhin das Gefühl geben ein guter Gastgeber zu sein.

ratschlag nummer 7: steck die stäbchen nicht aufrecht in den reis

Das ist ein Zeichen für den Tod und wirkt vor allem beim Essen etwas schockierend. Bevor du nach China kommst solltest du dich darin üben mit Stächen zu essen, diese nicht falsch herum zu halten oder beim Essen ständig das Schälchen zu berühren. Auch solltest du die Stächen nicht mit der Zunge ablecken.

Ratschlag nummer 8: sich um die rechnung streiten

In China wirst du es oft erleben, dass Leute sich nach dem Essen darüber streiten, wer die Rechnung zahlt, denn wer zahlt „gibt sich selbst Gesicht“. Deshalb können sie Minutenlang lauthals darüber diskutieren, wer den zahlen wird, bis einer dann endlich die Rechnung begleicht.

Im Westen sind viele ein solches Verhalten nicht gewohnt. Meist erwarten Chinesen auch nicht wirklich, dass du sie zum essen einlädst, aber sicherlich freuen auch sie sich, wenn du versuchst an dieser Streiterei teil zunehmen und auch hin und wieder mal eine Rechnung begleichst.

Hast du auch schon mal längere Zeit in China verbracht? Erzähle uns von deinen Erfahrungen! Wir würden uns freuen von euch zu hören!

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