Gutes tun ohne zu wissen für wen….

In Afrika, Mosambik 2015, Reisen, Süd Afrika, Von Johannesburg bis nach Bilibiza by hudie1 Comment

Wir kaufen etwas Medizin und Verbandszeug für meinen Fuß und die Schmerzen scheinen sich etwas zu beruhigen. Wir laufen noch ein wenig im Busterminal herum. Dabei kommen nicht wenig Leute auf uns zu um uns ihre Dienste an zu bieten oder um uns ihre unglücklichen Lebensgeschichten zu erzählen, in der Hoffnung, so etwas Geld von uns zu erhalten. Also beschließen wir, diesen Ort zu verlassen und etwas durch die Gegend zu laufen.
Es ist ein sonniger Tag. Wir sehen sehr viele Straßenverkäufer in diesem Teil der Stadt. Wir kommen an einem kleinen Markt vorbei, mit kleinen Gebrauchsgegenständen und Gemüse. Wir gehen noch etwas weiter und sehen viele Geschäfte, die falsches Haar und schönen, wenn auch unechten, Goldschmuck verkaufen, sowie auch traditionelle und Freizeit Kleidung, jede Art von Schuhen, und dann sehen wir noch viel Reklame von Propheten, die dir versprechen, die Zukunft voraussagen zu können.
Da es hier viele Verkäufer gibt, gibt es auch viele Leute, die hier in den Mülltonnen nach Resten suchen. Viele gucken uns misstrauisch an. Auch hier wieder viele, meist Männer, die  auf uns zu kommen, um mit ihrer traurigen Geschichte etwas Geld von uns zu ergattern. Um ehrlich zu sein glauben wir kaum eine dieser Geschichten und wir nehmen den Großteil der Gründe, die die Leute uns nennen um nach Geld zu fragen, nicht wirklich ernst. Darum sagen wir zu jedem, dass wir ihnen nichts geben können und gehen einfach weiter.
Ich glaube wir laufen sehr schnell und ich belaste meinen Fuß zu sehr, so dass er jetzt wieder anfängt zu schmerzen. Also halten wir an um nach zuschauen. 5 Minuten später kommt ein Mann auf uns zu und setzt sich neben uns, höflich fragend und beginnt sich nett mit uns zu unterhalten. Er wirkt freundlich und einfach nur an einer netten Unterhaltung interessiert.
Sein Wissen von Politik, Geschichte und Geographie zeigt uns, dass er zumindest einige Zeit mit lernen verbracht hat.
Jetzt hat er unsere Aufmerksamkeit und er beginnt uns von seinem Unglück zu berichten: Er engagiert sich ohne Bezahlung und betreibt zeitweise eine politische Untersuchung. Er wartet jetzt auf Freitag, um wieder finanzielle Unterstützung zu erhalten. Was er jetzt braucht ist etwas Hilfe um den Bus nach Hause bezahlen zu können, kurz: Er braucht Geld.
Es ist nun schon eineinhalb Stunden her, dass er sich neben uns niedergesetzt hat. Er hat uns ein paar Papiere gezeigt um seine Worte etwas zu untermauern. Alles scheint gut organisiert und handschriftlich verfasst.
Wir sind müde und ich beginne allmählich zu verzweifeln. Also gebe ich ihm eine kurze Rede darüber, wie unglücklich und schlecht doch all die Menschen sind, die den guten Willen anderer missbrauchen, um an Geld zu kommen. Ich werde dabei etwas sentimental und meine Stimme versagt. Ich gebe ihm 50 Rand für seinen Transport. Um ehrlich zu sein fühle ich mich etwas schlecht diesen intellektuellen Menschen in solcher Not zu sehen. Vielleicht hat er den ganzen Tag nichts gegessen.
Wir verabschieden uns. Die Situation scheint ihm etwas peinlich zu sein, ich weiß nicht ob es ist, weil er sich letzten Endes schuldig fühlt, uns um unser Geld betrogen zu haben oder weil er es ihm ernsthaft peinlich ist um Geld betteln zu müssen.
Er verspricht uns noch uns in der Zukunft zu schreiben… Wir werden sehen.

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