Das Fort San Sebastian auf der Insel von Mosambik

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Letzte Nacht haben wir im Innenhof geschlafen, weil es zu heiß war im Haus.
Jetzt Frühstücken wir erst einmal mit Lucas und dann gehen wir mit einem Freund von ihm zum Fort San Sebastian.
Der junge Mann leitet uns durch farbenfrohe Straßen und nach 15 Minuten kommen wir an der Ostküste der Insel an. Hier sehen wir ein altes Gebäude, dass bereits mehr als 500 Jahre Geschichte überstanden hat. Er erzählt uns, dass die Insel Mosambik`s früher die Hauptstadt des Landes war, vom 16ten Jahrhundert bis 1898, als Maputo zur Hauptstadt wurde. Es war ein Handelszentrum für Waren sowie auch für Sklaven.
Wir betreten das Fort und sehen gleich die langsamen Fortschritte der Restauration durch die UNESCO. Direkt am Eingang sehen wir eine Modellnachbildung des Forts aber leider auch schon sehr zerfallen. Dennoch versucht uns unser Leiter grob zu erklären, was vor uns liegt. Die Fläche des Forts ist groß, das Gras ist frisch geschnitten und die Wände bestehen aus Korallblöcken mit einer Höhe eines dreistöckigen Hauses.

Während wir umherschweifen, erklärt er uns ein wenig die Geschichte dieses Ortes, beginnend damit, dass das Fort zum Schutz der Insel und ehemaligen Hauptstadt des Landes gegen Eindrinlinge, Diebe und Feinde gebaut wurde. Er bestätigt uns, dass die Sklaven dafür verantwortlich waren, dass die schweren Korallenblöcke hierher kamen und dass viele von ihnen an Schwäche starben auf Grund von Nahrungs-, Flüssigkeits- oder Ruhemangel.
Wir gehen etwas weiter unser Guide zeigt uns einen Platz, wo die Sklaven damals schliefen. Ein paar überfüllte Baracken, in denen die Luft nur wenig zirkulierte, sehr verschieden zu den Unterkünften der portugiesischen Soldaten, die zwar auch rustikal aber um einiges bequemer waren. Bevor wir weiter das innere des Forts erkunden zeigt uns unser Guide ein Loch von ungefähr 6 Meter Durchmesser und 10 Metern tiefe. Hier wurden Sklaven untergebracht, wenn sie für etwas bestraft wurden. Viele von ihnen kamen hier nicht mehr lebend wieder raus: sechs Monate ohne die Sonne zu sehen.  
Die Route geht weiter und führt uns ein paar Stufen herauf und an den Kanonen vorbei, die feuerbereit aufs offene Meer zielen, auch vorbei an den Resträumen der Wächter und den Wachtürmen mit Blick aufs offenen Meer. Angekommen auf dem Dach des Forts sehen wir, dass das dasselbe als Regenwasserfänger funktioniert und bereits komplett von der UNESCO renoviert wurde, um dem Mangel an Trinkwasser auf der Insel entgegen zu kommen. Es ist eine unglaubliche Konstruktion. Wir gehen weiter und unser Guide führt uns zum Wasserspeicher, wo das Regenwasser gesammelt wird und welches der Bevölkerung der Insel als Trinkwasser dient.
Ein paar Minuten, bevor unser Trip durch das Fort endet, zeigt uns unser Guide noch den Platz der Hinrichtung, wohin die Sklaven gebracht wurden, die sich widersetzten. Wir kommen an einem mindestens 90 Kilo schweren Stein vorbei und unser Freund erzählt uns, dass wenn ein Sklave nicht in der Lage war diesen zu heben, konnte es passieren, dass er ohne langes Vorspiel hingerichtet wurde.
Unsere Tour endet außerhalb des Forts, auf einem Platz mit einer grünen Statue des Lehrers Luis Camões, der die ersten Unterrichtsstunden für Einheimische und Ausländer gegeben haben soll. Hier steht er nun mit glücklicher Miene und guckt aufs Meer.

 

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