Angekommen in Bilibiza

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Gestern ist Ismael auch endlich auf der Insel angekommen und wir haben einen sehr netten Abend zusammen verbracht, mit viel gutem Essen und Unterhaltungen bis tief in die Nacht. Heute morgen sind wir dennoch früh aufgestanden und sind zusammen zur Bank gegangen, der einzigen die es hier auf der Insel gibt.

Wir mussten zur Bank, da wir Geld entgegen nehmen mussten, das uns per Western Union zugeschickt wurde, denn wir mussten feststellen, als wir in Mosambik ankamen, dass unsere chinesische Union Pay Karte hier nicht funktioniert. Aber auf Grund des Stromausfalles hier im Norden des Landes, funktionierte der Transfer mit Western Union in dieser Bank auch nicht. So musste Ismael mit uns noch zu vier weiteren Banken fahren, bis wir endlich eine fanden, in der Western Union noch funktionierte.

Das hat uns alles nicht wenig Zeit gekostet und es war nicht bevor Mittag, dass Ismael uns an der Kreuzung raus gelassen hat, an der auch die Busse in Richtung Pemba vorbeikommen.

Jetzt ist es bereits vier Uhr Nachmittags und wir sind immer noch sechs bis acht Stunden Fahrt von Bilibiza entfernt. Der Bus fährt weiter in Richtung Pemba, aber wir müssen noch weiter gen Norden in Richtung Mueda um bis zur Kreuzung 19 zu kommen. Wir holen unser Gepäck aus dem Bus und gehen die Straße herab. In der Ferne sehen wir einen kleinen Lkw mit offener Ladefläche, überfüllt mit Menschen. Aber er hält an und scheint auf uns zu warten.

Wir rennen und auch wenn es so aussieht, als ob es keinen platz mehr auf dem Lkw gibt, so schafft es der Geld Junge (der Junge der dafür zuständig ist, das Geld von den Fahrgästen einzusammeln) uns noch irgendwie mit unserem Gepäck zwischen die Mengen zu quetschen. Da die Straße voll mit Schlaglöchern ist und wir hier auf der Ladefläche lediglich uns gegenseitig anlehnen lassen können, ganz ohne Sicherheitsgurte, geht die Fahrt sehr schleppend voran, langsamer als in den großen Bussen, die wir bisher benutzt haben um in den Norden des Landes zu gelangen. Dennoch fühlen wir uns alles andere als sicher.

Nach etwas mehr als einer Stunde fällt die Sonne vom Himmel und innerhalb einer Minute ist es Raben schwarz um uns herum. Aber das ist noch nicht genug, denn es fängt auch noch an zu regnen. Also sucht uns der Geldjunge eine große schwarze Plane hervor, die wir Passagiere zusammen gut stramm halten müssen, damit sie nicht vom Wind weg geweht wird. Absolute Dunkelheit, man sieht sich gegenseitig nicht einmal mehr. Wir hören nur die Menschen wie sie um uns herum reden und die Plane, wie sie im Wind vibriert. So müssen sich Flüchtlinge fühlen, wenn sie illegal die Grenzen dieser Welt versuchen zu überqueren.

Das gute zumindest ist, dass die Leute hier immer noch lachen und reden, als ob alles normal sei.

Nach vier Stunden hält der Lkw an der Kreuzung 19 an und auch wenn wir uns gewiss sind, dass wir heute nicht mehr weiter nach Bilibiza kommen werden und dass es hier kein wirkliches Gasthaus gibt in diesem kleinen Dorf, so steigen wir doch ab, mit der Gewissheit, schon irgendwie einen Weg zu finden.

Auf der anderen Seite der Kreuzung sehen wir einen kleinen Shop, dessen Lichter immer noch brennen. Wir gehen herüber und fragen den Verkäufer, ob er weiß wo wir die Nacht verbringen können. Er sagt daraufhin lediglich, dass wir etwas warten sollen. Wir kaufen eine Zigarette und zwei Bier und setzen uns, um darauf zu warten, das der Verkäufer uns sagt, wo wir schlafen können. Nach einer Weile führt er uns zu einem kleinen Raum  hinter dem Laden, mit einem kleinen selbst gemachten Bett. Ich denke, dass jemand sein Zimmer geräumt hat, damit wir ne Unterkunft für diese Nacht haben. Aber da können wir jetzt auch nichts dran ändern, wir können den Leute hier morgen lediglich etwas Geld hinterlegen, um unserer Dankbarkeit ein wenig Ausdruck geben zu können.

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Jetzt ist es früher morgen, ungefähr sechs Uhr dreißig und wir haben bereits unsere Sachen zusammen gepackt, damit wir den ersten Transport nach Bilibiza nicht verpassen.

Jetzt ist die Straße nicht einmal asphaltiert und der Fahrer muss noch vorsichtiger fahren. Aber sehr bald werden wir endlich in Bilibiza ankommen.

Der Lkw hält an, wir kramen unser Gepäck heraus und macht uns auf in die Richtung des Hauses unseres Freundes. Es ist der schwierigste Teil, den wir mit all dem Gepäck zu Fuß zurücklegen müssen. Der Boden ist uneben und unser Karren, auf dem wir das Gepäck verschnüren fällt immer wieder um.

Wir haben es geschafft. Jetzt sitzen wir vor dem Haus unseres Freundes Damiao umzingelt von Kindern. Aber Damiao ist noch nicht hier, da er immer noch irgendwo in den Feldern ist. Also müssen wir warten. Nach mehr als 4 Tagen Reise die wir insgesamt von Zhengzhou bis hier hinter uns gebracht haben, sind wir nun endlich angekommen.

 

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